Vermiglio | In Sala. Cineclub italiano

Vermiglio | In Sala. Cineclub italiano
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Vorschaubild © Piffl Medien | Veranstaltungsbild © Piffl Medien

Die vierte Ausgabe des Filmclubs „In Sala“ steht überwiegend im Zeichen weiblicher Perspektiven. Die ersten drei Filme der Reihe erzählen eindrucksvolle Geschichten von Frauen, geschrieben und inszeniert von italienischen Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen.

In chronologischer Reihenfolge beginnen wir mit den Lebensgeschichten junger Frauen, die um das Jahr 1800 in einem venezianischen Mädcheninternat lebten, in dem die musikalische Ausbildung im Mittelpunkt stand. Gloria! (2024), das Regiedebüt der Schauspielerin und Sängerin Margherita Vicario, rückt mit dieser Geschichte die weitgehend vergessenen Erfahrungen zahlreicher junger Frauen in den Vordergrund, die in den Internaten der frühen Neuzeit lebten – insbesondere ihre enge Beziehung zur Musik.

Der zweite Film führt uns weiter in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und erzählt eine der vielen tragischen Liebesgeschichten, die aus Begegnungen zwischen Soldaten – aus ihrem gewohnten Umfeld durch den Krieg herausgerissen – und jungen Frauen aus den Orten entstanden, in denen sie als Besatzer oder Flüchtende aufgenommen wurden. Mit Vermiglio (2024) hat die renommierte Regisseurin Maura Delpero eine Geschichte geschaffen, die sich zwischen dem Trentino und Sizilien entfaltet und die existenziellen Konflikte dieser schwierigen Liebe mit großer Intensität schildert.

Der dritte Film, Diva Futura (2024) von Giulia Louise Steigerwalt, führt uns ans Ende der 1980er Jahre. Inspiriert von Debora Attanasios autobiografischem Roman Non dite alla mamma che faccio la segretaria („Sagt meiner Mutter nicht, dass ich Sekretärin bin“), erzählt der Film die Geschichte der Sekretärin der Produktionsfirma von Riccardo Schicchi, die auf Pornofilme spezialisiert war. Er wirft einen Blick auf ein Phänomen, das nicht unerheblich zur Etablierung der sogenannten „subkulturellen Hegemonie“ in Italien beigetragen hat.

Der abschließende Film, Le città di pianura (2025) von Francesco Sossai, bildet gewissermaßen einen Gegenpol zu diesen weiblichen Erzählungen. Der Roadmovie führt entlang der Straßen Venetiens und begleitet die beiden Freunde Doriano und Carlobianchi, die durch ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Trinken eng verbunden sind. Auf ihren Streifzügen von einer Kneipe zur nächsten begegnen sie dem Architekturstudenten Giulio. Während die beiden versuchen, den schüchternen jungen Mann an ihrer Lebensphilosophie teilhaben zu lassen, eröffnet ihnen Giulio im Gegenzug den Blick auf die Möglichkeiten und Hoffnungen eines Menschen am Beginn des Erwachsenenlebens. Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Porträt der zeitgenössischen Gesellschaft Venetiens.

 

Programm

Donnerstag, 24. September, 18.30 Uhr
Gloria! von Margherita Vicario, 2024
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Donnerstag, 15. Oktober, 18.30 Uhr
Vermiglio von Maura Delpero, 2024
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Donnerstag, 19. November, 18.30 Uhr
Diva Futura von Giulia Louise Steigerwalt, 2024
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Donnerstag, 10. Dezember, 18.30 Uhr
Le città di pianura von Francesco Sossai, 2025
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Die Filmvorführungen finden im Theatersaal des Italienischen Kulturinstituts Köln statt. Sie werden jeweils mit einer kurzen Einführung auf Italienisch eröffnet und mit einem kleinen Aperitif beschlossen.

Der Eintritt ist frei.

 

Eugenio Riversi, Historiker, arbeitet seit 2011 am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn. Seit 2013 konzipiert und moderiert er die Italienische Filmreihe des Instituts für Romanistik der Universität Bonn und arbeitet seit 2018 außerdem mit der Bonner Kinemathek zusammen.

Italienisches Kulturinstitut in Köln
Film- und Medienkunst
Film
Filmvorführung und Gespräch
Donnerstag 15.10.2026 18:30 Uhr
Italienisches Kulturinstitut

Universitätsstr. 81 | 50931 Köln

Eintritt frei