Kohlhaas

Nach H.v.Kleist in einer Bearbeitung von Marco Baliani

Kohlhaas
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Vorschaubild © COMEDIA | Veranstaltungsbild © COMEDIA

Wie aus dem rechtschaffenen Kohlhaas einer der „entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ wird – davon erzählt Kleist in seiner Novelle.
Ist die Ungerechtigkeit, die Michael Kohlhaas widerfährt, Ursache genug, um Anführer einer blutigen Revolte zu werden? Was macht ihn zum rasenden Mörder – und lässt ihn plötzlich umschwenken?

Die Theaterfassung von Marco Baliani geht der Frage nach, ob es mehr als schwarz und weiß gibt. Über wie viel Freiheit verfügt man, wenn man sich mit unterdrückenden Mechanismen konfrontiert sieht? Kann Selbstjustiz legitim sein, wenn das Recht versagt? Kann es Gerechtigkeit geben in einem System, in dem Macht missbraucht wird? Allein auf der Bühne, lotet Franco Melis diese Gegensätze, die sich nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im Individuum finden lassen, in der Figur des Kohlhaas aus.

Plastisch hat man sie vor Augen: die dampfenden Rappen, die Kohlhaas` ganzer Stolz sind, seine Juwelen, mit denen sein Herz schlägt. Dazu braucht es keine Bilder, keine spektakuläre Technik, sondern allein einen Erzähler, der mit seiner Präsenz, mit seiner Stimme und mit seiner Mimik, das Geschehen in Heinrich von Kleist´s Novelle, so lebendig werden lässt, dass man eine Stecknadel fallen hörte. (Schwäbische)

Die Geschichte um den Pferdehändler, der – betrogen um zwei seiner edelsten Rappen und im Stich gelassen vom Gesetz – zur Selbstjustiz greift. Alles bricht unerhört spannend und intensiv über das Publikum herein. (Leverkusener Anzeiger)

Eine Geschichte, die an Aktualität leider nichts verloren hat: Korruption, Geldadel, Willkür sind unausrottbar. Die Erben der Figuren aus Kohlhaas sitzen heute in Firmenvorständen, Parteien und den Ghettos der Städte. (Kölner Stadt-Anzeiger)

Franco Melis leistet das Kunststück die Geschichte allein im Kopf der Zuschauer entstehen zu lassen und der Film, den diese kluge Inszenierung in den Köpfen der Zuschauer entstehen lässt, ist nach der Vorstellung lange nicht zu Ende... (akt)

….unerhört spannend und intensiv.... (RP)

So ist die Arbeit von Franco Melis und seiner Regisseurin Andrea Gronemeyer wichtig, richtig und dringend nötig. Wenn das Ergebnis dann auch noch so sehenswert ist, dann wünscht man sich mehr solcher Stücke. (meine Südstadt)
 

Besetzung: Franco Melis 
Inszenierung: Andrea Gronemeyer 

Darstellende Künste
Schauspiel
Mittwoch 29.04.2026 18:30 Uhr
Gemeindehaus der Christuskirche

Dellbrücker Mauspfad 361 | 51069 Köln