ifs-Begegnung mit »Nürnberg 45 - Im Angesicht des Bösen«

ifs-Begegnung mit »Nürnberg 45 - Im Angesicht des Bösen«
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Vorschaubild © NDR /Márton Kállai | Veranstaltungsbild © NDR /Márton Kállai

AUF DER LEINWAND:
»Nürnberg 45 - Im Angesicht des Bösen«

Dokudrama, D 2025, 89 Min; Regie: Carsten Gutschmidt, Drehbuch: Dirk Eisfeld, Produktion: Zeitsprung Pictures, Koproduktion: Spiegel TV – im Auftrag von NDR, BR, SWR, WDR, RBB, MDR, HR, SR und RB für die ARD

Anschließend Filmgespräch mit dem verantwortlichen NDR-Redakteur Marc Brasse und Michael Souvignier, Gründer, Geschäftsführer und Produzent der Produktionsfirma Zeitsprung Pictures, moderiert von Filmemacherin Heike Fink

Am 20. November 1945 beginnt der erste der sogenannten Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes. Zum ersten Mal in der Geschichte werden Kriegsverbrecher vor ein internationales Gericht gestellt: ein bedeutender Meilenstein im Völkerstrafrecht. Auf der Anklagebank sitzen Hermann Göring und 23 weitere ranghohe Nazis.

80 Jahre später erzählt »Nürnberg 45« die Ereignisse aus der Perspektive zweier realer Figuren: des jüdischen Journalisten und KZ-Überlebenden Ernst Michel sowie der Widerstandskämpferin und KZ-Überlebenden Seweryna Szmaglewska.

Michel (22) ist nicht nur der jüngste der internationalen Reporter, die den Prozess beobachten – er ist unter ihnen auch der einzige Holocaust-Überlebende. Als Göring ihm, über seinen Anwalt, ein Treffen anbietet, gerät er in einen moralischen Konflikt. Szmaglewska (29) sagt als eine von nur zwei polnischen Zeuginnen vor Gericht aus. Nach ihrer Befreiung aus Auschwitz-Birkenau hatte sie unverzüglich begonnen, ihre Erinnerungen unter dem Titel »Die Frauen von Birkenau« aufzuschreiben. Auf ihrem späteren Roman »Die Unschuldigen in Nürnberg« basiert u. a. das Drehbuch für »Nürnberg 45«. 

»Nürnberg 45« spiegelt die Hoffnungen und Ängste, die innere Zerrissenheit zweier Menschen wider, die noch ein halbes Jahr zuvor der Todesmaschinerie der Nazis im KZ ausgeliefert waren – und im Justizpalast von Nürnberg mit den Tätern und den eigenen quälenden Erinnerungen konfrontiert werden. Dabei verwebt das Dokudrama Spielfi lmszenen (u. a. mit Jonathan Berlin, Katharina Stark, Francis Fulton-Smith und Wotan Wilke Möhring) mit nachkoloriertem Archivmaterial und Interviews.

„Mit »Nürnberg 45« präsentiert die ARD eine eindrucksvolle und historisch bedeutsame Produktion, die dokumentarische Genauigkeit mit emotionaler Tiefe verbindet. Den Beteiligten ist es gelungen, die komplexe Gemengelage der unmittelbaren Nachkriegszeit differenziert und mit hoher künstlerischer Qualität darzustellen“, Der Spiegel.

Marc Brasse wechselte 2014 von Spiegel TV zum NDR (PB Kultur und Dokumentation). Als NDR-Redakteur hat er dort zahlreiche ausgezeichnete Produktionen verantwortet (u.a. »Riefenstahl«, »Die Mutigen 56 – Deutschlands längster Streik«).

Michael Souvignier ist vielfach ausgezeichneter Gründer, Geschäftsführer und Produzent der Zeitsprung Pictures. Zu seinen aktuellen Projekten zählen die Kinofilme »Cranko« (2024), »Führer und Verführer« (2024) und die Miniserie »Ich bin Dagobert« (2024).

Film- und Medienkunst
Filmvorführung und Gespräch
Donnerstag 18.06.2026 19:00 Uhr
Filmforum NRW im Museum Ludwig

Bischofsgartenstraße 1 | 50667 Köln

Eintritt frei