Geschosse aus Gedichten

Vorschaubild © iloofar Haghani | Veranstaltungsbild © iloofar Haghani

Geschosse aus Gedichten

Politisch-kritische Dichter*innen haben ein Gespür für ihre Zeit. Sie nehmen gesellschaftliche Missstände schnell wahr und bringen sie mit dem Medium der Sprache zum Ausdruck. Sie halten der Gesellschaft damit einen Spiegel vor. Das gilt unabhängig von ihrer Herkunft, in Freiheit, unter Gefangenschaft oder in Unterdrückung. Zu beobachten ist hierbei, dass oftmals Dichter*innen an ganz unterschiedlichen Enden der Welt wie Seelenverwandte wirken: Trotz der geographischen Entfernungen und der unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, plädieren sie für ein Miteinander auf Augenhöhe, Anerkennung marginalisierter Gruppen, Zusammenhalt und einem Leben in Einklang mit der Umwelt. Shamlu, der iranische Dichter, sagte etwa über seine Zeit „Sie zerschneiden das Lächeln auf den Lippen, und das Lied im Mund. Es sind sonderbare Zeiten meine Geliebte!!“ Der chilenische Dichter Pablo Neruda sagte: „Generäle / Verräter: / Seht mein totes Haus / Seht mein zerbrochenes Spanien“; Else Laske-Schüler, eine auf Grund des Nationalsozialismus emigrierte deutsch-jüdische Dichterin sagte „Oh, ich sterbe unter euch, Da ihr mich erstickt mit euch, wirr…warrr…!“ Der einzige Unterschied zwischen ihnen besteht darin, dass sie universelle Werte im
Kontext ihrer Gesellschaft formulieren.

Eine Auswahl von Gedichten sieben solcher Dichter*innen haben wir durch die Aura der Musik und der Flamme des Tanzes zu einer Collage in sechs Episoden verwoben und zu einander in Beziehung gesetzt.

 

Auf Persisch, Deutsch, Englisch und Azerbaidjanisch

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