© Filmreihe Tüpisch Türkisch
Kurz-/ Langfilme, Dokus, Talks 26.-29. März 26 im Filmforum NRW
Köln schaut auf das neue unabhängige Kino aus der Türkei
#Ausgabe 20
Auch in seiner 20. Ausgabe bietet Tüpisch Türkisch einen konzentrierten Überblick über das unabhängige Kino aus der Türkei: international ausgezeichnete Festivalfilme treffen auf mutige neue Produktionen, bewegende Dokumentarfilme auf starkes Autorenkino.
Im Zentrum stehen eindringliche Vater-Sohn-Geschichten zwischen Fürsorge, Schuld und gesellschaftlichem Druck – etwa in The Things You Kill (Regiepreis beim Sundance Film Festival) und Empire of the Rabbits, ausgezeichnet mit der Goldenen Orange von Antalya und angesiedelt im kulturell vielschichtigen Raum um Harput.
Kurdische Perspektiven prägen das Programm ebenso wie Filme über Erinnerung und Identität: When the Walnut Leaves Turn Yellow, One of Those Days When Hemme Dies (Orizzonti Award in Venedig) sowie der Dokumentarfilm Yerli Yurtsuz, der die Suche nach armenisch-türkisch-kurdischen Wurzeln begleitet. Mit Sound Dreams of Istanbul richtet sich der Blick schließlich auf die lebendige Improvisationsmusikszene der Metropole.
Viele der Filme zeichnen berührende Porträts von Vater-Sohn-Beziehungen – oft liebevoll trotz schwieriger Lebensumstände, bisweilen jedoch auch unheilvoll: In The Things You Kill sieht Ali seinen Vater Hamit mitverantwortlich für den Tod seiner Mutter. Der iranische Regisseur Alireza Khatami, der bereits mit Irdische Verse (gemeinsam mit Ali Asgari) gefeiert wurde, drehte erstmals in der Türkei und erhielt dafür den Regiepreis in Sundance.
Auch Seyfettin Tokmak nennt das iranische Kino als Inspirationsquelle für Empire of the Rabbits (Tavşan İmparatorluğu): Beko, der sich als Helfer bei Hunderennen durchschlägt, versucht für seinen zwölfjährigen Sohn Musa eine staatliche Invaliditätsrente zu erschleichen. Der aus Elazığ stammende Regisseur verortet seinen Film in der Region um Harput – einem kulturell vielschichtigen Raum, in dem Kurd*innen, Zaza und früher auch Armenier lebten. Der Film wurde mit der Goldenen Orange von Antalya ausgezeichnet.
Kurdische Perspektiven durchziehen auch das weitere Programm: In When the Walnut Leaves Turn Yellowerzählt Mehmet Ali Konar eine in den 1990er-Jahren angesiedelte Geschichte über einen Vater, der seinen Sohn vor dem Konflikt zwischen PKK und türkischem Militär bewahren will. In One of Those Days When Hemme Dies (Hemme’nin öldüğü günlerden biri) trägt ein Feldarbeiter während eines langen Sommertages seinen Groll mit sich – Regisseur Murat Fıratoğlu erhielt dafür den Orizzonti Award in Venedig.
Rıza Oylums Dokumentarfilm Yerli Yurtsuz (Heimatlos) begleitet den in Derik (Mardin) geborenen Schmied Yervant Demirci auf der Suche nach den Wurzeln seiner armenisch-türkisch-kurdischen Identität. Ezgi Kılınçaslan erzählt in ihrem Film von der armenischen Protagonistin Elizabeth, der sie in Tripoli (El Mina) begegnet.
Ein besonderer Programmpunkt ist Queer Shorts in Solidarity, präsentiert von Arya Zencefil. Die Transaktivistin und Veranstalterin hat eine Auswahl von Kurzfilmen kuratiert, die Einblicke in queere Lebensrealitäten in der Türkei geben. Das Programm wird in Kooperation mit dem Allerwelthaus Köln vorgestellt.
Mit Sound Dreams of Istanbul von Anıl Eraslan endet der Blick schließlich in der Gegenwart: Der Film porträtiert die vielfältige Improvisationsmusikszene der Metropole – zwischen Traum und Realität.
Das Festival gibt nicht nur einen Überblick über das künstlerische Schaffen in der Türkei, sondern öffnet auch Raum für den Dialog. Nach den Filmvorführungen habt ihr die Möglichkeit, mit den Filmemacher*innen zu sprechen und mehr über die Hintergründe ihrer Werke zu erfahren.
26.–29. März im Filmforum NRW
Bischofsgartenstraße 1 · 50667 Köln
Das vollständige Filmprogramm ist auf unserer Website tuepisch-tuerkisch veröffentlicht.
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Veranstaltungsort:
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