Vorschaubild © Kurt Heuvens
Beschreibung
Reservierungen: letterstoagrandfather@gmail.com
Choreografie und Tanz: Josefine Patzelt: "Letters to a Grandfather"
Ein Tanz-Theater-Stück über die Auseinandersetzung mit Kriegstätern und Opas in Bügelfaltenhosen
Wir wurden von unseren Eltern geschickt, die Mörder zu lieben, die sie nicht mehr lieben konnten. Wir wurden von unseren Lehrer_innen geschickt, nach den Morden zu fragen, von denen ihnen niemand erzählte. Wir werden von der Politik geschickt, zu erinnern, was wir nie erlebten. Wir sollen all das aufsaugen, was sie kollektive Erinnerung nennen. Aber das ist keine kollektive Erinnerung, das ist ein Mann in einer Bügelfaltenhose, das ist Opa.
Ein stetig wachsendes Aufkommen von nationalistischem Gedankengut während der letzten Jahre, in denen Zeitzeug_innen des 2.Weltkriegs noch leben – das Stück „Letters to a Grandfather“ spricht aus dieser spezifischen historischen Konstellation, die für unsere Zeit so prägend ist und die gleichsam langsam verschwindet.
Es fragt nach den Beziehungen zu Menschen, die sowohl Großväter als auch Soldat waren und behandelt diese in Bezug auf gesellschaftliche Ideale, familiäre Strukturen und einer gefühlten historischen Verantwortung als Enkelin eines Kriegstäters. Es nähert sich dieser Thematik sowohl durch persönliche Recherche als auch durch eine Vielzahl von Interviews mit Menschen verschiedener Generationen. Können wir Verhaltensmuster offenlegen, die einer anderen Vergangenheit als unserer eigenen geschuldet sind?
„Letters to a Grandfather“ ist ein Brief einer Generation an eine Vergangenheit, die wie ein Nebel den Horizont verschleiert. Eine Erinnerungspalette über das Erbe der Schuld und das Schweigen eines Opas.